Georg von Cotta (1796-1863)

Editorial


 

Verleger, Herausgeber der Augsburger Allgemeinen Zeitung, in der auch Artikel von Keller und Rezensionen über seine Werke erschienen.

Anzahl registrierte Briefe: 5 an, 5 von Keller (9 ZB Zürich)


 

5. 10. 1860  Georg v. Cotta an Keller

<ZB: Ms. GK Ms. GK 79a Nr. 58; GB 3.2, S. 209 z.T.>

 
Verehrter Herr
 
Mein Freund Vischer sagt mir daß Sie nicht abgeneigt wären meiner allgemeinen Zeitung einen Bericht über das den 13t. dss. am Mythenstein anzubringende Erinnerungs Monument an Schiller zuzuwenden.

     Ich bin sehr erfreut über diese Nachricht und suche keinen anderen Berichterstatter, Sie sind mir der willkommenste, weil ich annehme daß Sie dieser Aufgabe nachkommen werden.

     Der Rahmen der allgem. Zeitung ist etwas beschränkt, bei ihr kommt es vorzugsweise auch auf schnelle Mittheilung an.

     Aber der Redaction meines Morgenblattes würde auch der umfassendste Bericht Ihrer Hand sehr willkommen seyn, und bei dieser Zeitschrift die alle Wochen | einmal erscheint, kommt es auf die Schnelligkeit der Mittheilung gar nicht an.

     Was für die allgem. Zeitung bestimmt ist würde ich bitten directe an deren Redaction nach Augsburg zu senden, das für das Morgenblatt bestimmte hieher an dessen Redaction Prof. Hauff.

     Bezüglich auf das Honorar sind Sie wohl von Seiten der J.G.schen Buchhdlg. versichert.

     Lassen Sie mich, verehrter Herr, zum Schlusse Ihnen meinen innigsten Dank für den Genuß aussprechen den mir Ihre unübertreffliche Erzählung in Auerbach's Calender als Leser gewährt hat.

     Ich erinnere mich nicht etwas auch nur annähernd treffliches wie dieses Meisterstück gelesen zu haben.

     Jede geschäftliche Verbindung | zwischen Ihnen und der J.G.Cottaschen Buchhdlg. wird mir stets willkommen seyn.
 
                                                In ausgezeichneter Hochachtung
Stuttgart 5 / X 60
                                                Georg v. Cotta


 

6. 11. 1860  Georg Cotta an Keller

<ZB: Ms. GK 79a Nr. 59; Ermatinger 1913, S. 50>
 

Verehrter Herr
 
ich bin Ihnen recht dankbar für Ihren Artikel über das Fest am Mythenstein, welchen Sie meiner A. Z. haben zugehen lassen, wenn ich gleich gewünscht hätte, daß er früher hätte eintreffen können.

     Haben Sie den Plan dieses Fest weitläuf<ig>er zu behandeln so wird es meinem Morgenblatt sehr willkommen seyn.

     Der Gegenstand wie die Localität mit ihrer herrlichen landschaftlichen Staffage verdient es gewiß.

     Aber nur müßte sie nicht zu lange auf sich warten lassen diese Behandlung von Ihrer Hand.

     Was ich von Ihrer Erzählung im Auerbachschen Calender gesagt, wiederhole ich auch heute. Sie ist ein Kunstwerk in ihrer Art und ich wäre stolz darauf gewesen sie in meinem Morgenblatt abgedruckt zu sehen. Vielleicht hätte | sie Ihnen da nicht eben so viel eingetragen nach dem üblichen Honorar-Maßstabe des Blattes. Allein ich hätte gewiß verstanden mich mit Ihnen hierüber zu verständigen und wünsche nur, daß Sie es einmal mit mir probiren und mir eine solche Erzählung zukommen lassen.

     Die Feier am Mythenstein kleiden Sie vielleicht für das Morgenblatt in Correspondenzform?

     Doch es gilt mir das eigentlich gleich viel.

                                                In vollkommenster Hochachtung
Stgt 6 / XI 60
                                                Georg v Cotta

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